"Cronuts™" oder das Gebäck, über das man kaum sprechen darf

"Cronuts™" oder das Gebäck, über das man kaum sprechen darf

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Eigentlich war ich gar nicht in der Stimmung, etwas Perverses zu tun bzw. zu essen. Bis uns ein Bekannter zum Möbelaufbauen mit einem einfachen Satz lockte: "Ich habe Cronuts™"

Nun lebt man ja als Foodie nicht "under a rock". Ich bin in Sachen Foodtrends immer ganz gut informiert. Und selbst wenn ich etwas verpasse, bekommt es einer meiner Facebook-Freunde oder Pinterest immer mit. Wenn ihr immer noch nicht wisst, worüber ich hier spreche, erzähle ich die Geschichte kurz noch einmal:

Es war einmal ein französischer Bäcker in New York. In Paris aufgewachsen und schon früh vom Papa zum Kochen verführt, besitzt Dominique Ansel heute eine schöne Bakery in New York und hat sich dort längst einen Namen gemacht. So darf er sich seit 2010 zu den "Top 10 Pastry Chefs in the United States" zählen. Und seit Mai diesen Jahres ist seine Bakery nicht nur gut besucht, sondern DER Geheimtipp in New York. Täglich steht eine lange Menschenschlange geduldig vor der Bakery und wartet darauf, zwei (sie sind nämlich limitiert) Fettgebäcke zu erstehen. Keine Apple-Produkte, sondern Fettgebäcke. Für 5$ das Stück gehen sie weg wie geschnitten Brot (kann man das so sagen?). Denn Dominique Ansel hat sich überlegt, wie er ein Stückchen Frankreich mit in sein Repertoire aufnehmen kann und nach 2 Monaten und mehr als 10 Rezepten eine Mischung aus Croissants (Teig) und Donut (Form, Zubereitung) kreiert und "Cronuts™" genannt. Der Croissant-ähnliche Teig wird bei ihm in Traubenkernöl frittiert, in Zucker gewälzt und dann von oben mit einer immer wechselnden Füllung gefüllt, die herrlich zwischen den Teigschichten verläuft.

Und so wurde das Trendgebäck geboren, das zwei Gebäcke und zwei Nationen miteinander vereint, den guten Dominique Ansel mindestens steinreich macht und die Mundwinkel trendverrückter Foodies entgleisen lässt.

Und deshalb darf man eigentlich nicht über Cronuts™ sprechen:

  1. Der Erfinder hat sich sowohl Gebäck als auch Namen markenrechtlich schützen lassen. 
  2. Das Gebäck ist so pervers süß und fett, dass man lieber erst gar nicht darüber sprechen sollte. Außerdem ist es fürchterlich lecker.

Keine Frage also, dass ich schnell zu unserem Bekannten wollte, um "Möbel aufzubauen". Nach getaner Arbeit haben wir das Trendgebäck gekostet. Ich glaube, jeder von uns hat gerade einmal einen vertilgen können. Lecker, aber das musste noch besser gehen. Also habe ich mich schlau gemacht und selbst welche gemacht. Das ist etwas fummelig, aber manchmal will der Heston Blumenthal in mir heraus, und dann garantiere ich für nichts.

Und wenn ich euch noch nicht abgeschreckt habe bzw. ihr einen Zucker- und Fett-Schock und etwas Arbeit nicht scheut, dann macht euch dran:

Cronuts™ - the easy way

Easy, weil ich fertigen Teig benutze. Das ultimative Geschmackserlebnis wird es wohl nur mit selbst gemachtem Croissant-Teig geben, aber dafür ist das Leben nun wirklich zu kurz. Ihr braucht:

  • fertigen Croissant-Teig (ich finde den von Henglein besser als den von Knack & Back)
  • einen großen Topf (ich habe einen gusseisernen genommen) 
  • Öl (bei mir Rapsöl) 
  • ein Zuckerthermometer 
  • ein Schöpfsieb
  • etwas Wasser und einen Pinsel
  • runde Ausstecher (einen großen und einen kleinen)
  • Vanillepudding
  • Spritzbeutel und Spritztülle (z.B. zum Füllen von Berlinern) 
  • Zucker
  • einen Rost zum Auskühlen

Zubereitung

  1. Nehmt den Teig aus der Kühlung und rollt ihn auseinander. Bitte nicht weiter ausrollen.
  2. Legt mindestens 5 Schichten übereinander.
  3. Damit die Schichten schön kleben, bitte immer etwas Wasser mit dem Pinsel auf jede Schicht streichen.
  4. Nun könnt ihr die Cronuts™ erst außen ausstechen und dann mit dem kleinen Ausstecher ein Loch hinein stanzen.
  5. Erhitzt das Öl im Topf und kontrolliert die Temperatur. 180 Grad sind ziemlich perfekt; es darf auch etwas weniger sein.
  6. In das heiße Fett geben und auf jeder Seite ein paar Minuten frittieren, bis sie schön goldbraun sind.  
  7. Auf Küchenkrepp legen und dann noch heiß in Zucker wälzen. 
  8. Vanillepudding in den Spritzbeutel füllen. 
  9. Von oben in den Cronut™  stecken (ca. bis zur Mitte) und ihn mit etwas Pudding füllen. 4 Piekser pro Cronut™.

Voilà, das war einfach. Oder? Hier noch ein paar Impressionen unserer Frittier-Party. Und nun seid ihr dran. Aber sagt hinterher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt :-)

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Achtet auf die Löcher oben. Das kann man mit einer Schicht Kuchenglasur oder Schokolade prima kaschieren :-)

Achtet auf die Löcher oben. Das kann man mit einer Schicht Kuchenglasur oder Schokolade prima kaschieren :-)

Ja, es schmeckt wirklich etwas zu gut... 

Ja, es schmeckt wirklich etwas zu gut... 

Die Bilder meiner Cronut-Serie kann man hier bei Stockfood lizenzieren.

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